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Keimtötende Lackierung

für eine bessere Hygiene

Um den hygienischen Anforderungen in medizinisch sensiblen Bereichen gerecht zu werden, verfügen unsere VARIO-Geräte über eine spezielle Lackierung.

Im Lack befinden sich kleinste Silberteilchen, die sich beim Auftragen an der Oberfläche ablagern. Dadurch können sich die Bakterien schlechter auf der Oberfläche ausbreiten, der Stoffwechsel der Bakterien wird durch den Austausch von Kaliumionen gestört. Sie sterben ab. Zusätzlich werden die Mikroben durch den Austausch von schwefelhaltigen Aminosäuren zerstört.

Diese hygienischen Eigenschaften haben wir durch ein unabhängiges Institut untersuchen und bestätigen lassen.

Lackeigenschaften

1. Materialbeschreibung

Das zur Erzeugung der Oberfläche der VIEWMEDIC OP-Lösungen eingesetzte Material ist ein chemikalien-, licht- und wetterbeständiges Zwei-Komponenten-Material auf Polyurethan-Basis. Nach erfolgter Aushärtung zeigt die Oberfläche auch bei extremer Wetterbeanspruchung keine Vergilbungs- und Kreidungserscheinungen und ist darüber hinaus abriebfest, elastisch, kratzunempfindlich und gegen Lösemittel, Chemikalien, Avivagen, synthetische Kühlmittel, Hydrauliköle und Reinigungsmittel beständig.

2. Anwendungsbereiche

Die Lackierung wird für die Abschlussbeschichtung eingesetzt, wenn hohe Ansprüche hinsichtlich der Chemikalien- und Korrosionsbeständigkeit (siehe Punkt 5.) gestellt werden.

3. Farbton

RAL 7035 lichtgrau

4. Glanz

Seidenglänzend

5. Chemische Beständigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln

Durchführung:

Auf die durchgetrocknete und gereinigte Fläche wird ein getränkter Wattebausch aufgelegt und mit einem Uhrenglas Ø 80 mm abgedeckt. Der Versuch wird über 72 Stunden bei Raumtemperatur durchgeführt. Bei leicht flüchtigen Medien z.B.FREKADERM oder FREKANOL ist eine Nachbenetzung des Wattebausches erforderlich.

Beurteilung der Fläche erfolgt nach dem Abwaschen mit Wasser


Prüfkriterien:

  • Löst sich die Lackschicht? Bilden sich Blasen?
  • Ist die Oberfläche matt oder verfärbt?
  • Ist die Oberfläche, rissig oder porös / angegriffen?


Sofern o.g. Kriterien zutreffen, insbesondere bei Ablösen, Angriff oder starker Verfärbung der Oberfläche ist die Lackierung als "nicht beständig" zu bewerten.

Bei "keinerlei Veränderung" oder nur "leichter Veränderung" von zwei Medien in einer Wirkstoffgruppe oder von je einem Medium in unterschiedlichen Gruppen ist die Lackierung oder Bedruckung als "beständig" zu bewerten.

Wischtest:

Zusätzlich zu dem chemischen Fleckentest wird der Wischtest durchgeführt.
Mit einem Zellstofftuch, das in Benzin oder Ethanol getränkt wird, wird in kreisender Bewegung mit normalem Gebrauchsdruck die Farbfläche oder die Bedruckung 15 Sekunden lang gewischt.

Nach dieser Zeit darf keine Ablösung, Verfärbung oder Trübung des Lackes und/oder der Bedruckung erkennbar sein.

Anwendung von nur Flächendesinfektionsmitteln, die Medien der Gruppe
Alkoholhaltig FREKANOL (40%) unverdünnt
FREKADERM (80%) unverdünnt
MELISEPTOL unverdünnt
Tensidhaltig Teta-S 1%-ig
Teta-clean unverdünnt
Aldehydhaltig Ultrasol F 1%-ig
Incidin perfekt 1%-ig
Bei Anwendung der Medien wie oben und den Desinfektionsmitteln
Aktivchlorhaltig Sporotal 100 (4%) unverdünnt
Bleach (NaOCl 12%) verdünnt 20 : 1
Aktivsauerstoffhaltig Puristeril 340 unverdünnt
Peressigsäure 40% verdünnt 10 : 1
sonstige Natronlauge 10 % verdünnt 10 : 1
Glycerin/Wasser verdünnt 1 : 1
Citrosteril (24%) verdünnt 10 : 1

6 Hygienegutachten


Die antimikrobiellen Eigenschaften der Oberfläche wurden im Suspensionstest nach Norm JIS Z 2801:2000 geprüft.

6.1. Methode Suspensionstest

Für die Prüfungen werden definierte Testkeimsuspensionen Gram-negativer und Gram­positiver Bakterien-Spezies und Hefen aufgebracht. Um Beeinflussungen durch allgemeine Materialeigenschaften zu umgehen, wird die Prüfung nach der Norm JIS Z 2801:2000 durchgeführt. Dabei werden Bakterien und Hefen aus der logarithmischen Wachstumsphase in einer Mineralbasislösung mit geringem Peptonmedium-Beischlag aufgenommen und auf die zu prüfenden Oberflächen aufgetragen. Nach der Beimpfung wird das Inokulum mit einer sterilen Folie abgedeckt, sodass sich die mikrobiologischen Suspensionen in einer dünnen Schicht auf dem Prüfling verteilen. Eine realitätsnahe Prüfung ist somit sichergestellt.


Als Null-Kontrolle werden von einem Teil der Proben die Keimzahlen nach 30 Sekunden Einwirkzeit bestimmt.

Die antimikrobielle Wirkung der Oberflächenbeschichtung wird nach Bebrütung der Testansätze bei 37°C über 18 Stunden durch Keimzahlbestimmung ermittelt. Bei einer Reduktion der Ausgangskeimzahl um > 2 Iog10 Stufen unter Berücksichtigung des Nullwertes wird die antimikrobielle Eigenschaft der Oberfläche als bakterizid resp. fungizid bei Pilzen bewertet, bei gleich bleibender Keimzahl gilt die Oberfläche als bakteriostatisch, resp. fungistatisch im Falle der Prüfung mit Pilzen.

6.2. Prüforganismen und Testkeimkonzentration

Gram-negative Bakterien:

  • Klebsiella pneumoniae MR-605971 1,0 x 104 KBE/ml

Gram-positive Bakterien:

  • Staphylococcus aureus DSM 346 1,0 x 104 KBE/ml
  • Enterococcus faecium ATCC 6057 1,0 x 104 KBE/ml

Hefen:

  • Candida albicans ATCC 10231 1,0 x 104 KBE/ml

6.3. Ergebnisse

6.3.1. JIS Z 2801:2000, Ist-Werte (30 Sekunden Einwirkzeit)
Klebsiella pneumoniae 1,4 x 104 KBE/ml
Staphylococus aureus 2,0 x 104 KBE/ml
Enterococcus faecium 1,1 x 104 KBE/ml
Candida albicans 1,0 x 104 KBE/ml
6.3.2. JIS Z 2801:2000, Ist-Werte (18h, 37°C)
Klebsiella pneumoniae0,5 x 107 KBE/ml
0,5 x 107 KBE/ml
1,3 x 106 KBE/ml
1,8 x 106 KBE/ml
Mittelwert 0,3 x 107 KBE/ml
Log-Reduktion: >2 Iog10-Stufen Wachstum
Staphylococus aureus



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Log-Reduktion: 4 Iog10-Stufen

Enterococcus faeciumkK
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Log-Reduktion: 4 Iog10-Stufen
Candida albicans1,8 x 105 KBE/ml
1,9 x 105 KBE/ml
0,6 x 105 KBE/ml
1,8 x 105 KBE/ml
Mittelwert 0,5 x 106 KBE/ml
Log-Reduktion: 2 Iog10-Stufe Wachstum

Zusammenfassung

  • Die Beschichtung wirkt antibakteriell, bakterizid gegenüber Gram-positven Erregern.
  • Die Beschichtung weist keine antimykotische Wirkung auf, eine Desinfektion ist weiterhin nötig.

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 |  Zuletzt aktualisiert am: 18.07.2016 08:21